Ein Hauch von Einheit – Rentenerhöhung im Osten höher als im Westen

Au was ist denn da passiert? Sollte die Wiedervereinigung wirklich irgendwann doch noch einmal real in Kraft treten? Sollten die Deutschen für ihre Arbeit den gleichen Rentensatz bekommen egal in welcher “Zone” sie diese erbracht haben? Die Renten werden voraussichtlich ab dem 01.07.2012 weiter angehoben.

Rentner im “Osten” sollen 2,26% mehr Rente bekommen während die “Westrente” um 2,18% angehoben wird. Damit nähern sich die Altersbezüge ganz langsam aneinander an. Ursula von der Leyen verkündete entsprechende Pläne aufgrund der atemberaubend guten Wirtschaftslage. Bereits im letzten Jahr gab es gesamtdeutsche 0,99% mehr Rente. Nicht viel aber immerhin gab’s mehr Geld in die Tasche.

mehr-Rente-durch-Rentenerhöhung-ohne-Rentenversicherung

Das dradio berichtet:
[...] sollen die Renten ab dem 1. Juli im Osten Deutschlands um 2,26 Prozent und im Westen um 2,18 Prozent steigen. Das gab Bundesarbeitsministerin von der Leyen bekannt.[...]

Alles schön und gut. In’s Grübeln komme ich da doch. Ich will nur mal mit ein paar Gedanken spielen: Eine gesamtdeutsch gleich hohe Entlohnung nach dem Arbeitsleben ist schon fast in Sicht. Jedenfalls gefällt mir die Richtung in die es geht. Vielleicht packt es die Wirtschaft und auch der Staat irgendwann sich von dem antiquierten und überflüssigen Modell “Betriebsstätte Ost” und “Betriebsstätte West” zu verabschieden. Eine regierungsgesteuerte Richtung stramm auf eine real existierende deutsche Einheit ist für mich jedenfalls der richtige Ansatz.

Darüber hinaus gibt es Anzeichen dass auch der Rentenbeitragssatz von 19,6% gesenkt werden soll. Um wie viel geht aus dem dradio-Artikel nicht hervor (Link ist weiter oben).

Find ich auch erstmal gut wenn ich nicht länger drüber nachdenken möchte. Wenn. Was soll dann das ganze Demographiegesabbel von “Hilfe, wir werden alle immer älter und müssen das Renteneintrittsalter unbedingt weiter nach oben setzen!” der letzten Jahre? Wie passt das denn zusammen? Es ist ja nicht so dass die Zahl der Einzahler in den Rententopf so exorbitant gestiegen ist, dass man diesen Plan ohne Weiteres direkt und ohne Öhem und Ähem nachvollziehen kann.

Glaubt denn unsere Regierung, dass die Fristverlängerung (schindern bis 67+) solch einen positiven Impact auf die Rentenkasse hat, dass das tatsächlich funktioniert und so viel mehr Geld in die Kasse gespült wird? Ist der Abschluss einer zusätzlichen privaten Rentenversicherung plötzlich überflüssig weil uns der Staat mit seiner Rente wieder schultern kann/will?

    Für mich heißt das im Fazit:

  • Rente rauf: Toll
  • Rentenbeitrag runter: Toll
  • Zahl der Einzahler in die Rentenkasse ungefähr gleichbleibend: :-(
  • Zahl der Rentner ansteigend: Toll weil länger am Leben.

Das empfinde ich schlicht als unwirtschaftlich und stellt für mich somit eine desaströse Fehlplanung dar. “Aber egal! Erstmal ruff mitte Rente. Sollen sich die kommenden Generationen/ Regierungen um die Folgen kümmern.” Das scheint die Botschaft für mich zu sein. Oder Wahlkampf. Ich für meinen Teil finde die Abgaben im Rahmen der Sozialversicherung durchaus in Ordnung (vielleicht zu hoch für mich und meine Inanspruchnahme von wenig Leistungen – grundsätzlich aber ok).

Vorschlag: Senkt doch die Lohnsteuerabgaben auf ein erträgliches Niveau (-15%) und Ihr habt sofort mehr Kaufkraft draußen im Land. Lasst die Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung auf aktuellem Niveau oder zieht noch um ein paar Pünktchen an. Ihr (Fiskus) kriegt die Kohle doch sowieso über die Mehrwertsteuer/Umsatzsteuer wieder! Wo ist denn Euer Problem?

So Leute, jetzt könnt Ihr munter auf mich draufhauen. Was habe ich übersehen und warum ist der Plan der Bundesarbeitsministerin super?



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2 Responses

  1. 19. April 2012

    [...] gestärkt werden und das monatliche Netto in der Tasche erhöht werden.Zu dem Thema: Rentenerhöhung und mehr Netto vom Brutto habe ich mich jedoch bereits hier geäußert. Mein Auftrag an die Politik ist: Findet einen Weg zwischen Kassenallmacht und Willkür und totaler [...]

  2. 3. Oktober 2012

    [...] die seit 1990 zu verzeichnen waren, beenden jedoch nicht (wirksam) die Unterschiede in Sachen Renten und Sozialleistungen zwischen Ost und West.Ohne zu blauäugig zu wirken ist bereits viel geschafft aber es gibt noch viel zu tun. Es ist Jeder [...]

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