Sensodyne Werbung 2012 – die Dentalhygienikerin empfiehlt…

Meral Schnatterer ist die aktuelle Werbefigur von Sensodyne, die eben diese Zahnpasta empfiehlt. Die Dame ist offenbar vom Fach, denn sie ist keine “Zahnarztfrau” mehr sondern eine Dentalhygienikerin und weiß somit offenbar wovon sie da redet.

Bevor hier der falsche Eindruck entsteht, ich würde mich über den Berufszweig des Dentalhygienikers lustig machen oder ihn herabwürdigen – mitnichten, Herrschaften. Ein Dentalhygieniker ist aus meiner Sicht eine durchaus glaubhaftere Werbefigur als die Zahnarztfrau oder der Zahnarztbriefträger oder der Zahnarztzulieferer, der medizinische Eiltransporte auch zu schlafender Stunde realisiert.

Sensodyne-Werbung-zähneputzen-nicht-vergessenMir fällt bei derart Werbefilmchen nur immer wieder auf, dass hier eine sehr verschleierte Art angewandt wird, die Vorteile eines Produktes hervorzuheben. Bitte vergesst bei der Lady mit dem weißen Kittel also nicht das Zuhören und achtet genau darauf was sie sagt (gemäß Drehbuch sagen soll). Bleibt wachsam und glaubt nicht alles was man Euch aufquatschen oder einreden will. Hier wird subtil gearbeitet – aber nicht gelogen.

“Die deutsche Sprache ist eine sehr präzise Sprache”. Pflücken wir das Gesagte im Werbefilm einfach mal Stück für Stück auseinander und schauen was am Ende davon übrig bleibt. Ich könnte wetten es ist nicht so viel. Am Ende ist es auch kein Allheilmittel gegen Krebs oder Sonst Was sondern eine Zahnpastawerbung!

  • “Menschen mit schmerzempflindlichen Zähnen wünschen sich Schmerzlinderung.”
    Okay, geh’ ich mit. Das ist aber kein Geheimnis
  • “Ich kann die Patienten beruhigen und auch entsprechende Ratschläge erteilen.”
    Japp, das kann wohl auch jeder andere mit einem durchschnittlichen Allgemeinwissen und dem nötigen Quentchen Einfühlungsvermögen (Womit ich mich selbst bei Letzterem bereits wieder von der Liste streichen müsste).
  • “Eine Lösung kann sein, die Zahnpasta zu wechseln.”
    Joa, kann – muss aber nicht.
  • “Ich empfehle Sensodyne.”
    Das ist doch mal ne klare Aussage, liebe Frau Schnatterer! Danke dafür.
  • “Sensodyne hat durch klinische Studien belegt dass sie Schmerz lindert.”
    Ähem, Quellenangaben? Welcher Schmerz wird denn gelindert?
  • “Ausserdem bietet sie auch Kariesschutz…”
    Will ich hoffen!
  • “… gibt frischen Atem…”
    Das leisten Fishermans Friends und TicTac übrigens auch
  • …und trägt dazu bei das Zahnfleisch gesund zu erhalten.
    Klingt nicht so verbindlich wie ich das gern hätte.
  • “Sensodyne vereint alle Vorteile einer normalen täglichen Zahncreme…”
    Okay, warum soll ich dann genau Sensodyne kaufen?
  • “…und lindert dabei die Schmerzempfindlichkeit”
    Das Wort “Empfindlichkeit” wird hier nur noch geflüstert. Darüber hinaus weiß ich als geneigter Käufer noch immer nicht wie das bewerkstelligt wird.

Aber der Mitte des Spots wird eine Bedingung eingeblendet: “Bei zweimal täglicher Anwendung” Ich gehe davon aus dass hier “Bei zweimal täglicher Anwendung der Sensodyne-Zahnpasta” gemeint ist. Ganz am Ende des Spots wird mir die Empfehlung geschrieben dass “ich meinen Zahnarzt fragen” soll. Warum steht da nicht dass ich das Produkt kaufen soll? Wäre das nicht viel zielführender für Sensodyne? Absatz, Umsatz, Gewinn?

Aber warum empfiehlt denn nun Frau Schnatterer ein bestimmtes Zahnpflegeprodukt, wenn ich schlußendlich doch noch einmal mit einem Zahnarzt darüber sprechen soll?
Der Werbespot Sensodyne Zahnpasta2012 mit Meral Schnatterer, der Dentalhygienikerin, Stuttgart:

Fazit: Schaltet das Hirn bitte nicht aus, aber Zähneputzen ist Pflicht. Unsaubere Zähne helfen nicht Euch sondern dem Zahnarzt und der Dentaltechnik. Die verdienen sich nämlich ‘ne vergoldete Nase mit Eurer Nachlässigkeit Na gut, alle wollen leben. Aber eins merkt Euch bitte: Eukalyptusbonbons sind kein Ersatz!



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5 Responses

  1. Chrisian sagt:

    diese Werbung wurde neuerdings sehr stark modifiziert. NUn hört sich Frau Schnatterer an wie ein Quietscheentchen.

    übrigens war ich bei einigen der besten und bekanntesten Zahnärzten Deutschlands und immer wurde darauf hingewiesen, dass solche Zahncremes nichts bringen und man doch eher auf die ALternativen die günstiger sind, zurückgreifen sollte

  2. Pflichtfeld sagt:

    Ok, Ok, ich kauf das Zeug ja, aber nehmt Schnatterentchen weg…bitte!

  3. Clad sagt:

    Im Netz ist folgendes Profil von Frsu Meral Schnatterer zu finden

    Meral Schnatterer
    Medizinische Leitung eines Stuttgarter Prophylaxe-Zentrums
    Jahrgang: 1973

    Selbstständig mit eigener Firma – VitaDenti- Fachberatung für Zahnärzte.
    Zahlreiche Zusatzqualifikationen
    Erfolgreich tätig als Dental-Hygienikerin, Trainerin und Referentin für die Bereiche Prophylaxemanagement, Implantatmanagement, Bleaching, Halitosismanagement, Parodontitismanagement, Fissurenmanagement und sämtliche andere Praxisbelange
    Bundesweit praktisch tätig in erfolgreich prophylaxeorientierten Praxen
    Bundesweit Veranstaltung von zahlreichen Praxis- und Depotseminaren
    Vortragstätigkeit bei Kongressen und Großveranstaltungen
    Qualifiziert im Personalmanagement. Industrieconsulting international operierender Großunternehmen
    Redaktionelle Tätigkeit – Zahlreiche Veröffentlichungen in Fachmagazinen.
    Mitglied im DGI, DGP und DGDH
    Zu den Kunden gehören Weltmarktführer aus Regeneration und Prävention.
    Drei Jahre Lehrtätigkeit an der Prophylaxe-Akademie in Salzburg in Zusammenarbeit mit der IHCF
    Medizinische Leitung eines Stuttgarter Prophylaxe-Zentrums
    Ansässig in Stuttgart

    Quelle: http://www.westerburgerkontakte.de/referent/schnatterer.html

  4. Christian sagt:

    Oh man ich kann diese verlogenen Zahncreme-Werbungen nicht mehr sehen.

    Sie alle enthalten eine gewisse Dramaturgie und suggerieren,dass man Volkskrankheit Karies und Paradontitis mit solchen zahncremes beseitigen kann.

    und dann noch Möchtegern Experten, die angeblich total geschult und Experten-fachgewandt sind.

    Das ist das gleiche wie mit der Alpecin Werbung oh man oh man

    ich war bei vielen renommierten Zahnärzten, die zwar die Namen Markenhersteller in ihrer Praxis haben, aber davon abraten und zu billigen Cremes raten

  1. 10. März 2014

    […] sich immer heiter hin und her und mein Job isses, ihr den Weg durch meinen Mund zu zeigen. Wie Zähneputzen nun mal so funktioniert. Ich will Ersatzbürsten kaufen und latsche zur Drogerie in der […]

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