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Höhere Renten für chronisch Kranke und Raucher?


Diese Überschrift klingt paradox – aber sie ist absolut ernst gemeint. Private Krankenversicherungen werben eben mit diesen Aussagen. Das MM hat heute zu diesem Thema einen Artikel veröffentlicht, der das Thema Mehr Rente für Kranke und Raucher näher erläutert.Menschen,

die unter Krankheiten wie Diabetis, Rheuma oder der auch fiesen Krankheit Multiple Sklerose leiden, zahlen in der Regel mehr für ihre Versicherung als gesunde Menschen. Da sei es doch nur fair, wenn diese auch eine höhere Rente bekommen als gesunde Menschen. Das versprechen Tarife von privaten Krankenversicherungen.

5 EURO-Schein

…In der privaten Rentenversicherung dagegen sollen Versicherte künftig von ihrer Krankheit profitieren können, wenn man den Werbebotschaften einzelner Anbieter Glauben schenkt. Die LV 1871 zum Beispiel bietet Kunden, die an multipler Sklerose erkrankt sind, eine um bis zu 198 Prozent höhere Monatsrente an. Wer krank ist, kommt bei der Rente also besser weg?…
(Quelle: Manager Magazin)


Dieses Modell basiert auf der Annahme, dass kranke Menschen eine geringere Lebenserwartung haben als „gesunde“ Menschen. Das gilt auch für Raucher, die in Folge ihrer Sucht unter Herzproblemen und anderen Einschränkungen leiden. Sie haben nachweislich das Risiko einer geringeren Lebenserwartung als Nichtraucher. Versicherungsmathematiker rechnen also aus, inwiefern die Lebenserwartung geringer ist, als die eines gleichaltrigen Gesunden. Hier wird vorgerechnet, dass ein Herzkranker schon mit einer bis zu 76% höheren Sofortrente als normal rechnen kann. Brustkrebs-Erkrankte können bis zu 83% mehr Rente kalkulieren.

Eine allgemein gültige Tabelle kann es nicht geben. Alles wird individuell mit dem Versicherten besprochen und die Leistungen auf ihn und sein Krankheitsbild hin errechnet. Für Außen-Stehende mag dieses Thema vielleicht pietätlos erscheinen. Ich persönlich kenne aber sowohl Rheuma-Kranke, MS (Multiple Sklerose)- Leidende und auch Diabetiker. Und ich würde es jedem dieser Leute gönnen, wenn diese eine höhere Rente bekommen. Wir alle leben in einer knallharten Realität. Jeder muss sehen, wie er zurecht kommt und das Beste aus seiner Situation macht. Ich finde das Modell gut!

Veröffentlicht inPolitik


"Höhere Renten für chronisch Kranke und Raucher?" wurde am 16. September 2009 verfasst. . Bitte beachte, dass die Informationen in diesem Artikel lediglich den Stand des Datums der Veröffentlichung spiegeln und sich im Laufe der Zeit geändert haben können.

15 Kommentare

  1. Jaaaaaa, ich bin dafür!!!

    Ich bin 30 Jahre alt und habe MS, bin seit Juni Rentnerin. Weiß Gott, ich würde lieber arbeiten gehen 🙁

    Allerdings ist meine Lebenserwartung genau so wie bei einem gesunden Menschen….

    Lieben Gruß
    Christina

    • Trotzdem besteht bei Deiner MS das Risiko dass Deine Lebensqualität eingeschränkter ist als bei „gesunden“ Menschen.

      Ich bin immer wieder erschüttert, wie wenig sich die „Prominenz“ und die Politik für Krankheiten zu interessieren scheint, die nicht so medienwirksam scheinen. Vielleicht ist das ein Grund, warum diese Tarifmodelle noch ein Nischendasein fristen!?

  2. Michael Rust Michael Rust

    Gratulation!

    Bin selbst Diabetiker und habe beruflich mit Versicherungen zu tun. Finde solche Produkte eine gute Sache um die Interessen von chronisch kranken und benachteiligten Menschen gegenüber Versicherungen besser vertreten zu können. Mit Rauchern habe ich mehr Probleme, da es sich hier aus meiner Sicht um eine bewußte Selbstschädigung des Körpers handelt.

    Es kann nicht sein, dass ich aufgrund meiner verkürzten Lebenserwartung als erhöhtes Risiko bei den Versicherungen angesehen werde, aber mir Vorteile aus dieser früheren Sterblichkeit vorenthalten werden. Versicherungen haben vile mehr das Problem, dass die von Ihnen erstellte Mischkalkulation aus gesunden und kranken Menschen nicht mehr aufrecht erhalten werden kann.

    Wohne in Österreich, hier werden solche Produkte erst angedacht und belächelt, leider.

    Hoffe auch hier tut sich was in diese Richtung.

  3. Trommler Trommler

    Für Raucher kann ich das nicht begrüßen, da das Rauchen, nach meiner Meinung nach, nicht mit einer sehr schweren Suchtkrankheit wie Heroin Abhängigkeit etc. verwechselt werden sollte.
    Ich habe auch einmal vor 40 Jahren, 10 Jahre lang geraucht und einfach durch „Nachdenken“ von heute auf Morgen aufgehört. Schon der Gedanke, Rauch einzuatmen statt frische Luft, sollte doch zumindest, zum Nachdenken anregen.
    Der eigene Wille muss schon vorhanden sein und nicht die Einstellung: Ich muss sowieso sterben, oder man gönnt sich ja sonst nicht`s. Ganz zu schweigen von der Gesundheitsschädigenden Wirkung auf unsere Mitmenschen.
    Bitte mehr Verantwortungsbewusstsein gegenüber dem eigenem Körper, den wir schließlich geschenkt bekommen haben.
    Vielleicht gehen ja manche Menschen, deshalb so undankbar damit um ?

    Liebe Grüße vom
    Trommler

  4. Jobmann Jobmann

    Ich würde es sehr begrüßen, wenn es für uns chronisch Kranke eine höhere Rente geben würde. Leider ist es nämlich so, daß Medikamente, die unbedingt zusammen eingenommen oder eingeatmet werden müssen, aber wie z.b. beim Inhalieren mit dem Pari Boy zusammen gemixt weder sollen, aber nur ein Teil der Lösungen von den Kassen finanziell übernommen werden und der Kranke einen großen Teil als selbst Zuzahlung verbuchen muß.
    Fettleibige, denen man ansieht, daß ihr Volumen durch zu viele oder zu große Essensportionen entstanden ist, sollten einen doppelten Krankenkassen beitrag zahlen müssen, dessen Höhe anhand des gesamten Körpervolumens zu bestimmen wäre.

  5. Ich würde es sehr begrüßen wenn Chronichkranke mehr Rente bekämen denn ich bin schon lange Chronischkrank und man bekommt vieles nicht mehr auf Rezept.Ich habe 2Bandscheiben Ops,1993 bekam ich Brustkrebs und nun kommt eins ins andere es ist nun soweit das ich mit einem Rollator unterwegs bin,es ist mit einer langen Wartezeit verbunden, wenn ich mit den Öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs bin. mit freundlichem Gruß Rutti Magdeburg den 26 12.2010

  6. Wilfried Wilfried

    Hallo,denkt doch mal an die vielen Krebskranken.Ich selbst habe Prostatakrebs im Endstadium und bin schon zwei Jahre,,überfällig“.Ich habe 45 Jahre in die Rente eigezahlt und bin 66.Wer darf meine Restrente verjubeln?

  7. Dennis Dennis

    Als erstes sollte man wohl bemerken, dass hier verschiedene Versicherungssysteme in einen Topf geschmissen werden und mit einer „werbewirksamen“ Aussage Stimmung gemacht wird.

    Welche System werden verwurschtelt?

    Wenn der Leser einer solchen Aussage „Rente“ liest, dann denkt er als erstes an seine Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung (gRV). Das zeigen zumindest einige der oben stehenden Kommentare. Die gRV finanziert sich (auch entgegen anderer Aussagen) überwiegend aus den Beiträgen der gesetzlich Rentenversicherten (pflichtversichert Beschäftigten). Sie ist eine Sozialversicherung, die auf dem Prinzip des „Generationenvertrags“ basiert (was so viel heißt wie „die derzeitigen Beitragszahler finanzieren mit ihrem Beitrag die Renten der vorherigen Beschäftigten-Generation“). Das dieses Prinzip beim derzeitigen Verhältnis von Beschäftigten zu Rentnern nicht (mehr) funktioniert ist ein anderes Thema, aber zumindest ein Grund dafür, warum heutige Beschäftigte so hohe RV-Beiträge zahlen müssen.

    Nun werben PRIVATE KRANKENVERSICHERUNGEN damit, dass Menschen mit einem höheren Sterberisiko eine höhere Rente bekommen sollen. Gemeint kann damit nur eine Rente aus der privaten Versicherung sein, für die dann natürlich vorher Beiträge in diese eingezahlt worden sein müssen. Nach dem schönen Prinzip „Ein abgebranntes Haus kann man nicht versichern“ wird keine dieser Verischerungen ernsthaft einen chronisch kranken Kunden ohne enorme Zuschläge aufnehmen geschweige denn ohne irre Wartezeiten eine Leistung erbringen. Zumal hier KRANKENVERSICHERUNGEN, deren primäres Geschäftsfeld die Versorgung von akut Erkrankten ist, von Renten sprechen. Da wird das Risiko Krankheit und das Risiko Alter bzw. Erwerbsminderung in einen Topf geworfen und kräftig gerührt.

    Im Übrigen ist es auch in der gesetzlichen Sozialversicherung nicht unüblich, dass sich der KV-Träger seiner Leistungsbezieher (i.d.R. Krankengeld) entledigt, in dem man den Versicherten auffordert, einen Rentenantrag zu stellen. Das dürfte im Bereich der Privatversicherten auch eine attraktive Lösung sein, um von den hohen Krankengeldzahlungen (wenn denn mitversichert) runter zu kommen und den Versicherten die niedrigere Rente unterzujubeln. Dann kann man natürlich auch fordern, dass die Renten bei Risiko-Patienten mit geringerer Lebenserwartung die Rente dann ein wenig höher ausfällt (aber wahrscheinlich immer noch geringer als das KG).

    Die Versicherungsmathematiker sind ja nicht total verblödet. Die haben ja auch einen Arbeitgeber, der ein Interesse an der Gewinnmaximierung hat.

    Reisserische Werbesprüche die bei den betroffenen Kranken die Hoffnung auf ein besseres Auskommen wecken und das mit einer vermeintlichen gesellschaftspolitischen Diskussion über einen vermeintlichen Anspruch auf eine „gerechtere“ Leistung, gehören m.E. zu den übelsten Maschen der Versicherungswirtschaft.

    Ich könnte hier noch zu so manchen Aspekt schreiben, aber die Diskussion ist völlig sinnfrei!

  8. Mia Mia

    Rauchern mehr Rente zu geben ist höchtens eine Beihilfe zum Selbstmord auf Raten. Rauchen ist tödlich und wenn jemand meint sich unbedingt auf Raten umbringen will, soll er das bitte schön selbst finanzieren und dafür nicht noch belohnt werden. Wenn ein chronisch Kranker mehr Geld kriegen soll, ist das in Ordnung. Ich bin seit meinem 1. Lebensjahr Epileptikerin und die Politiker sparen an allen Ecken und das vor allem da, wo sowieso schon wenig ist. Wenn es irgendwann so weit sein sollte, dass ich meine Medikamente selbst bezahlen muss, kan ich gleich den gesamten Vorrat, den ich jetzt habe auf einmal schlucken.
    Mia

  9. Stefan Stefan

    Das Prinzip ist schon in Ordnung, da bei erwiesener kürzerer Lebenszeit, der gleiche Betrag ausgezahlt werden sollte, den auch gesunde Menschen bekommen und eingezahlt haben. Zum Thema rauchen machen sich viele keine wirklichen Gedanken. Natürlich ist der Rauchertod selbst verschuldet, aber der Unfalltod beim Autofahren doch wohl auch, denn die meisten könnten auf die Bahn ausweichen. Ihr solltet mal überlegen, dass Raucher und Alkoholiker ihre Behandlungen durch Tabaksteuer und Alkoholsteuer mehr als bezahlt haben und mit ihren Steuern einen großen Beitrag zum funktionieren dieses Staates leisten. Krankenkassenbeiträge nach Körperfülle kann man nicht einfach einführen, da es ja auch krankheitsbedingte Übergewichtige gibt. Hier müsste man differenzieren.Für Sportler allgemein müsste eine private Krankenversicherung eingeführt werden, die sich speziell um Sportunfälle kümmert. Warum muss ich die Skiunfälle mitfinanzieren. Krankenversicherungen dürften meiner Meinung nach nur bei Krankheiten und nicht bei Unfällen eintreten. Dagegen sollte sich jeder selbst nach Notwendigkeit schützen. Stefan

  10. henry szymanski henry szymanski

    natürlich wird im fernsehen,den laufband,das blaue vom himmel versprochen..ich bin schwer erkrankt an luftnot,copd und emphysem,nicht sehr mobil..und meine rente…reicht ja kaum zum leben…..gruss henry szymanski

  11. Martina Hiebsch Martina Hiebsch

    Raucher sind keine chronisch Kranken, sie schädigen ihre Gesundheit bewußt und sind Gefahr für CHRONISCH KRANKE, vorallem für Asthmatiker und COPD Kranke.

  12. pietryka pietryka

    Mein Mann ist chronisch krank aber er krieg nicht mehr Rente Jahre lang gearbeitet 100% Behindert schwere haut Krank Kurtz vor altes Rente ist noch schlimmer krank geworden wie leben von kleine Rente. Warum Raucher chronisch krank. Unsre Medikamente nicht alle sind Rezepte Pflicht. Ic

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