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Pflegezusatzversicherung bald eine Pflichtversicherung für alle?


Bundesgesundheitsminister Rösler hat die Pflegezusatzversicherung wieder ins Gespräch gebracht. Nach den Vorstellungen des Ministers sollen Arbeitnehmer, änlich dem Modell der Riesterrente eine Zusatzversicherung abschließen, die im Bedarfsfall vom Einzahlenden angezapft wird. Wer also nicht zum Pflegefall wird, zahlt sein Geld womöglich in die Versicherung ein ohne je etwas davon zu haben.

50 EURO-Scheine

Bereits 2007 gab es ein Modell einer Pflegezusatzversicherung. Damals war ein Beitrag von 6 Euro im Monat des erstes Jahres der Versicherung veranschlagt. Dieser Beitrag sollte dann monatlich ab dem Folgejahr um Euro steigen die Granze von 1,6% des Bruttoeinkommens aber nicht übersteigen. Das würde bedeuten, dass ein Mensch mit einem Bruttoeinkommen von 2000€ einen Beitrag von maximal 32€ entrichtet. Das sind 32€ monatlicher Zusatzbelastung für eine Pflichtversicherung, die eventuell nicht einmal beansprucht wird. Auch für diesen Umstand erntet der Herr Gesundheitsminister gerade heftigen Gegenwind.

Heute ist es noch so, dass Pflegenotwendigkeiten aus den Beiträgen der heutige Versicherungspflichtigen im Rahmen der gesetzlichen Sozialversicherung als Pflegeversicherungsbeiträge bezahlt werden (das kennen wir als Arbeitnehmer nur zu gut).

Demografisch wird es aber so aussehen, dass dieses Modell in absehbarer Zukunft in die Knie geht. Die Menschen werden älter und somit wird es auch mehr Pflegefälle geben. Dass eine weitere Erhöhung des Renteneintrittsalters die Situation nicht rettet ist wohl der allgemeine Konsens.


Dass es eine staatliche Bezuschussung zur Pflegezusatzversicherung geben wird ist ebenfalls denkbar. Ähnlich wie beim bereits aktiven Modell der Riester Rente kann es also auch staatliche Zuschüsse geben. Auch bei der Riester Rente steigen die Beiträge kontinuierlich an. Das Thema ist derzeit eines der Topthemen und wird entsprechend intensiv von der Presse verarbeitet.

Das geht durch die Presse:

Werden wir denn in Zukunft eine Gesellschaft von Pflegebedürftigen?

[…] Die Menschen leben immer länger, und je höher die Lebenserwartung liegt, desto größer ist auch das Risiko, ein Pflegefall zu werden. Bereits heute werden 60 Prozent der Frauen und 42 Prozent der Männer am Lebensende zum Pflegefall. Der Unterschied lässt sich aus der längeren Lebenserwartung der Frauen erklären. Experten rechnen damit, dass die Zahl der Pflegebedürftigen bis 2050 auf 5,5 Millionen ansteigen wird. […]
RP Online

Opposition Sozialverbände und Gewerkschaften produzieren massiven Gegenwind gegen die Rösler-Pläne

Der Focus schreibt:
[…] Die Opposition ist bereits sicher, dass das geplante neue System ungerecht wäre. „Nach der schwarz-gelben Gesundheitsreform setzt Minister Rösler jetzt auch bei der solidarischen Pflegeversicherung die Axt an“, erklärte die SPD-Expertin Hilde Mattheis. „Sollte sich die kapitalgedeckte Pflegezusatzversicherung durchsetzen, werden sich in Zukunft nur noch Reiche eine gute Pflege leisten können. Das Lebensrisiko, pflegebedürftig zu werden, darf nicht privatisiert werden.“ […]

Veröffentlicht inPolitik


"Pflegezusatzversicherung bald eine Pflichtversicherung für alle?" wurde am 16. November 2010 verfasst. . Bitte beachte, dass die Informationen in diesem Artikel lediglich den Stand des Datums der Veröffentlichung spiegeln und sich im Laufe der Zeit geändert haben können.

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