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Social Media – aller Anfang ist leicht… und dann?


Ich meine meine Aussage genau so wie ich es in der Überschrift formuliert habe. Das ist die einfache Definition Social Media in der Anwendung: Social Media – aller Anfang ist leicht… und dann? Das Anfangsszenario ist oft das Selbe.

Ein Gespräch unter Freunden oder Bekannten, die sich eine Weile nicht gesehen haben: Komm zu Facebook ich bin da auch. Und der… und der… und der… Dann folgt die widerwillige Zusage da zumindest einmal reinzuschauen. Einige Zeit und etliche Erinnerungen später folgt dann die Anmeldung. Nächster Schritt: Was nun? Mein Facebook Profil ist angelegt, ich habe ein zwei Dinge über mich preisgegeben, die eh‘ jeder über mich weiß und beim Geburtsdatum habe ich frech gelogen- Datenschutz und so…

Die kommende Zeit ist enspannt. Ich schaue unregelmäßig rein und freue mich über dass was Freunde da so ablassen, knüpfe Bande zu Menschen, mit denen ich seit Jahren (oft aus guten Gründen) keinen Kontakt hatte. Ab und an gebe ich zu: das „gefällt mir“ oder ich möchte eine Aussage, ein Bild oder einen Link mit meinen Freunden „Teilen“. Es plätschert so vor sich hin, alles ist ziemlich entspannt- noch.

Heimlich still und leise verändert sich mein Nutzungsverhalten. Ich bin immer öfter online und schaue „Was es so gibt“. Mein Freundeskreis wird größer. Ich nutze „Gefällt mir“ immer häufiger und lese auch in anderen Profilen. Was mag dieser, jener welcher? Ich folge Links ins Netz, lese mir die Beiträge durch, kommentiere oder verteile die eben aufgesaugten Informationen unter meinen Facebook-Freunden.

Social Media wird zur Sucht. Das muss nicht negativ sein wenn ich mir bewusst bin, dass ich mich mit jedem Post dokumentiere. Alles wird abrufbar, kommentierbar- ich gebe mich der Bewertung und Diskussion preis. Ich entwickle eine Web-Identität. Auch die Gründerszene spricht von Identität im Rahmen der Befüllung seines Facebook-Accounts:

Benutzt der Social-Media-Experte Facebook, um seinen privaten Kaffeekranz in die Welt zu tragen oder setzt er Facebook ein, um eine digitale Identität zu entwickeln, die bei Bewerbung und Karriere nicht hinderlich ist? Letzteres unterstreicht einen verantwortungsbewussten Umgang mit dem Medium, Weitblick und die Fähigkeit, Informationen auf deren Social-Media-Tauglichkeit einzuschätzen.
Quelle: Gründerszene

Man sollte sich immer bewusst sein, dass alles was ich sage, gegen mich verwendet werden kann. Als Blogger in Zeiten von heiteren Abmahnungen für den kleinsten Fehltritt weiß ich sehr wohl, welch schmaler Grad das manchmal ist. Immer wieder stolpere ich aber auch über Profile in denen Social Media User Zweifelhaftes ins Netz stellen. Bilder von Rauschmitteln oder dem Konsum derer. Wenn sie den Kram in sich reinschubbsen – ihre Baustelle. Diese Leute sollten sich aber klar sein, dass das nicht nur strafrechtlich interessant und spannend werden könnte. Auch der zukünftige Chef oder Personalverantwortliche ist eventuell fit im Bereich Social Media ist und kommt so an seine Informationen. Damit könnte die eigene Zukunft auch im Eimer sein.

Ich muss noch ein paar Sätze zu den Leuten loswerden, deren Kinder bereits online sind, bevor sie geboren sind. Hier werden heiter Ultraschall Bilder und später Fotos vom ersten Topfgang gepostet, das erste Happenpappen und die ersten Schritte veröffentlicht. Auch hier formuliere ich es mal einfach liberal: Macht doch, Eure Entscheidung. Seid Euch bitte bewusst dass ihr Euer Kind einem Risiko aussetzt wenn Ihr die Identität Eurer Kinder im Netz freigebt. Es gibt genug Kranke, die solche Informationen sammeln und später zu ihren Gunsten einsetzen. Hier ist nicht zwangsläufig Missbrauch oder Erpressung oder Schlimmeres gemeint, es geht bereits bei Cyber Mobbing los und kann noch schlimmer werden. Solche Täter haben so genug Informationen um Euren Kindern oder Euch das Leben richtig schwer zu machen.

Überdenkt bei der Gelegenheit gleich mal den Namensaufkleber auf Euren Autos: Jemand, der Böses im Schilde führt, hat damit bereits den Namen Eures Sprösslings!

Zugegeben, das war jetzt einiges an Schwarzmalerei. So muss eine Social Media Aktivität nicht enden. Aber wie im realen Leben gilt auch hier: Vorsicht mit dem, was Du preisgibst. Jemand kann davon Wind bekommen und es gegen Dich verwenden. Kann- muss aber nicht.

In diesem Sinne: Immer schön vorsichtig und piano. Und happy networking
btw: Ihr findet

Veröffentlicht inSoziale Netzwerke


"Social Media – aller Anfang ist leicht… und dann?" wurde am 29. November 2010 verfasst. . Bitte beachte, dass die Informationen in diesem Artikel lediglich den Stand des Datums der Veröffentlichung spiegeln und sich im Laufe der Zeit geändert haben können.

7 Kommentare

  1. Vroni Vroni

    „gefällt mir“ auch. Auch sehr gut geschrieben. Nur fehlt mir ein Bezug zu dem „Anti-Facebook-Namen“ 🙂

    • Du hast ja recht!
      Bei Twitter lief eine Umfrage, wie man die „Krankheit“ wohl nennen müsse, wenn jemand Angst vor Facebook hat:

      Das sind die Vorschläge bisher:
      „Facebookophobie“
      und praktikabel und volltreffend:
      „Gefällt mir nicht mehr“

      • Wir leben in einer Welt in der wir Social Media mindestens akzeptieren müssen, wenn wir die modernen Kommunikationskanäle verstehen und nachvollziehen wollen.

        Die Steigerung von Akzeptanz sind dann folglich Verständnis und Mitgestaltung. Hängt Euch rein.

        Und weil man auf Facebook nicht über Facebook sprechen braucht, kommt das auch noch in meinen Artikel als Kommentar (jetzt passiert).
        Das wäre als wenn man im Stadion über Fußball spricht.
        (Gott, ich liebe diesen Vergleich!)

  2. […] Netzwerken raus. Ganz verhindern kann man es eh nicht – aber das meinte ich ja mit dem Thema: Social Media – aller Anfang ist leicht… und dann?Beginne mit einer Momentaufnahme bezeichnet den eben angesprochenen oberen Bereich. Kurzer […]

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