Zum Inhalt

Kleine Psychostudie – Warum alle nur auf’s Handy starren


Die devote Generation trägt heute Smartphone und hält den Kopf dabei immer sehr schön niedrig möchte man meinen. In Stadt und Land sieht man Leute, die auf ihren Touchscreen einhämmern sobald sie die Gelegenheit dazu bekommen. Die Hater und die die das nicht verstehen schimpfen: „Die sind nur noch damit beschäftigt, auf ihrem Handy rumzutickern.“ Das ist aber nur zum Teil richtig.

Der Eine liest im Web, ein E-Book oder eine Feeds, der Andere springt von einem Social-Web-System zum nächsten und bespaßt seine Umwelt und der Dritte will sich einfach nur seine Umwelt vom Hals halten. Gerade für Menschen mit einem geringen Selbstwertgefühl kann das Handy eine wirklich entkrampfende Wirkung bedeuten. So mach‘ ich das bisweilen auch. Mal aus dem Einen, mal aus dem anderen Grund.

Wenn’s hart auf hart kommt und ich partout nicht mit jemandem in Kontakt kommen will, wird auch schon mal ein Telefonat vorgetäuscht. Klingt feige, ist aber ein tolles Mittel für „Lass mir meine Ruhe“ ohne das auch aussprechen zu müssen. Ich kann ja immer noch kurz aufschauen abnicken und dann weiter gehen. So ist dann auch dem Anstand genüge getan.

Wer aber wegen seines Wesens nicht gut mit Menschen umgehen kann und direktem Kontakt lieber aus dem Weg geht, der hat jetzt das goldene Zeitalter erwischt (die fetten Jahre). Das Handy hilft auch wenn es nicht hilft. In einer Zeit ohne Handys waren die Menschen echt gekniffen oder mussten sich andere Methoden einfallen lassen, ihre Umwelt „nicht zu sehen“. Heute wird einfach aufs Display geschaut und ein wenig mit dem Finger über’s Display gestrichen – dann schaut man sich halt zum X-ten Mal seinen Fotoordner oder uralte SMS-Nachrichten an. Na und!?

Dann muss man sich aber nicht mit jedem Hans und Wurst auseinandersetzen, die gerne mal behaupten: „Was glotzt Du mich an?“ Das kennen wir doch auch schon. Wie will man als normal denkender – nicht latent gewaltbereiter Mensch einer solchen Situation schnell und ohne viel Einsatz entgehen? Dann sollte man sich schon lieber vor dem Smarrtphone „verkriechen“.

Aber noch ein Aspekt ist bei diesem „Verkriechen“ zu betrachten. Spät Abends wenn es dunkel ist, kann der Heimweg schon mal unheimlich sein schön wenn da das Telefon ein treuer Begleiter ist, der schnell zur Stelle eilt. Wenn man dann noch auf ein Rudel zwielichtiger Gestalten trifft, kann ein – wenn nötig vorgetäuschtes – Telefonat vielleicht sogar Leben retten. Bevor sich die Damen und Herren Aufreger also das nächste Mal über Menschen mit Telefon echauffieren, denken sie vielleicht darüber nach ob derjenige gerade nicht etwas Besseres zu tun, andere Sorgen oder einfach nur keine Lust auf sie hat.

Merken!

Veröffentlicht inFreizeitHandySmartphone


"Kleine Psychostudie – Warum alle nur auf’s Handy starren" wurde am 9. Februar 2012 verfasst. . Bitte beachte, dass die Informationen in diesem Artikel lediglich den Stand des Datums der Veröffentlichung spiegeln und sich im Laufe der Zeit geändert haben können.

2 Kommentare

  1. Simon Simon

    Früher war das erste Ding, was ich gemacht habe, als ich in Zug eingestiegen bin: Mp3 (oder CD Player noch früher!) raus, Kopfhörer rein, Schluss mit der Welt 🙂
    Jetzt mit dem Smartphone ist noch einfacher.
    Manchmal frag ich mich aber, ob das echte Wirkungen auf unserer Gesellschaft haben kann. Werden wir alle immer noch etwa Fremdenfeindlich? Im richtigen Sinn… Fremde sind ja alle, die zu unserer Kreis nicht gehören. Vielleicht übertreib ich das ein kleines bisschen, aber so verrückt ist das doch nicht.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.