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Miserable Zahlungsmoral – wird die Krankenversicherungspflicht abgeschafft?


Im Jahr 2007 wurde die allgemeine Krankenversicherungspflicht eingeführt, denn wir hatten in Deutschland damals noch über 300.000 Menschen, die ohne irgend einen Krankenversicherungs-Schutz da standen. Da das als schlecht empfunden wurde hat die damalige Regierung entschieden, dass es doch für jeden einen Krankenversicherungsschutz geben solle.

Leider kam es – wie sollte es auch anders sein – anders, denn die Zahl der säumigen gesetzlich Krankenversicherten steigt stetig an. Das bringt die CSU – immerhin noch an der aktuellen Bundesregierung beteiligt und in persona Herrn Max Straubinger auf den Plan dieses Gesetz von 2007 zu kippen und so bald wie möglich die allgemeine Krankenversicherungspflicht wieder abzuschaffen.

allgemeine Krankenversicherungspflicht abschaffen?n-TV schreibt:
[…]Straubinger wies darauf hin, dass die Beitragsrückstände bei gesetzlichen und privaten Krankenkassen derzeit mehr als zwei Milliarden Euro ausmachten. „Die Zahlungsmoral war besser, als die säumigen Zahler aus der Versicherung ausgeschlossen werden konnten“, sagte der CSU-Politiker. […]

Wie immer kann man das Thema von dieser und auch von jener Seite betrachten. Eine hundertprozentige Wahrheit wird es wohl nicht geben.

Persönlich bin ich der Meinung, dass wir uns in Deutschland um unsere Kranken kümmern müssen. Mindestens die Grundversorgung und die Notfallversorgung muss doch immer gewährleistet sein. Und wenn die Zahlungsmoral für eine gute Sache (gute bis beste medizinische Versorgung) besser würde, wäre auch die Grundversorgung besser und das Kassengezeter geringer. Darüber hinaus sollten die Sozialversicherungen gestärkt werden und das monatliche Netto in der Tasche erhöht werden.

Zu dem Thema: Rentenerhöhung und mehr Netto vom Brutto habe ich mich jedoch bereits hier geäußert. Mein Auftrag an die Politik ist: Findet einen Weg zwischen Kassenallmacht und Willkür und totaler Ausbeutung unseres SV-Systems durch säumiger Krankenversicherte die nicht zahlen wollen. Auch ich habe den Stein der Weisen nicht verschluckt aber sehr wohl eine Meinung. Wie steht’s um Eure/Ihre Meinung?

Veröffentlicht inPolitikWirtschaft


"Miserable Zahlungsmoral – wird die Krankenversicherungspflicht abgeschafft?" wurde am 19. April 2012 verfasst. . Bitte beachte, dass die Informationen in diesem Artikel lediglich den Stand des Datums der Veröffentlichung spiegeln und sich im Laufe der Zeit geändert haben können.

Ein Kommentar

  1. Falk D. Falk D.

    Die schlechte „Zahlungsmoral“ liegt daran, dass Beitragsrückstände in der GKV mit 5% verzinst werden. Anders als man es zunächst glauben mag, fallen diese 5% pro Monat an. Das ergibt einen Jahreszinssatz von 80%. Wer also ein Jahr seine Beiträge nicht zahlen konnte, muss nach 14 Monaten schon satte zwei Beitragsjahre leisten und nach 28 Monaten sind es vier, 42 Monate später sind es dann acht…
    Bis zum Ausgleich „ruht“ der Leistungsanspruch. De facto bekommt er keine Leistungen, obwohl die Beitragspflicht weiterläuft, also zu seinen Schulden kommen die aktuellen Beiträge hinzu, die dann auch entsprechend verzinst werden. Die Ausnahme sind „akute Schmerzzustände“ undefinierte Festlegung, die auf das Wohlwollen und das Formulierungsgeschick des behandelnden Arztes angewiesen, aber der Willkür der Sachbearbeitung der Krankenkasse unterworfen sind. Wer nicht glaubt, wie hart diese Festlegung ist: ein Diabetiker bekommt kein Insulin, selbst wenn er seine laufenden Beiträge bezahlt.
    Der zweite Designfehler ist das fiktive Mindesteinkommen von ca. 1900,- bei Selbstständigen und ca. 990,- bei bestimmten anderen Gruppen. Egal wie gut oder schlecht das Unternehmen läuft, es fällt immer der Beitrag von 15,5% für das Mindesteinkommen an.

    Dieses Gesetz treibt nur Leute in Schuldenfallen und sorgt für keinen Versicherungsschutz. Es vernichtet Existenzen. Es verhindert Freiberufe wie Journalismus oder Selbstständigkeit. Es muss dringend abgeschafft werden!

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