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Negativeintrag droht – Schufa will auch Facebook für die Bewertung nutzen


Soso, die Schufa möchte auch gerne Facebook nutzen. Leider soll das nicht erfolgen um sich selbst sozial medial zu präsentieren und sich den „Kunden“ zu öffnen. Man will einfach mal schauen was der Bürger so von sich gibt und die Erkenntnisse in sein Rating einfließen lassen. Das zwitschern die Twitter-Spatzen von den Dächern.

Demnach wird unter anderem am Hasso-Plattner-Institut in Potsdam nach Möglichkeiten geforscht, Nutzerprofile auf Facebook, Xing und so weiter so auszulesen, dass sich daraus eine Bewertung erstellen lässt, die dann in die Bewertung bei der Schufa einfließen kann. Man möchte wohl so noch dezidiertere Empfehlungen erteilen zu können ob jetzt zum Beispiel einem Kreditantrag stattgegeben werden sollte.

Schufa Facebook Watch

Die Welt schreibt:
„[…]Ausgespart wird in dem Papier so gut wie nichts: Die Qualität des Arbeitsplatzes könnte bewertet werden („Anzahl Angestellte, Gewinn, Durchschnittslohn“) und die Wohnanschrift anhand von Geo-Daten („Wohnqualität, Mietspiegel“)[…]“.
    Eine persönliche Sicht der Dinge ist mir sicher gestattet:

  • Erstens regt es mich seit Jahren auf, dass ein Privatunternehmen befähigt wird, einen Bürger eines Landes zu bewerten. Das hier ist nur die Steigerung einer Allmacht in Händen eines privaten Unternehmens, die ich bisher schon nicht nachvollziehen konnte
  • Zweitens sollte sich spätestens nach dieser Information jeder überlegen, seine Profileinstellungen in puncto Sichtbarkeit im Web anzupassen. Ein paar Hinweise habe ich bereits hier zusammen getragen. (Gibt es dann eigentlich sofort einen Negativ-Eintrag bei der Schufa, wenn ich alle anderen und damit auch die Schufa aussperre?)
  • Drittens hätte ich, anstelle der Schufa, noch die Klappe gehalten oder es einfach gemacht und mich dann entschuldigt, wenn das Ganze auffliegt. Ich hoffe, dass das Interesse und die negative Kritik im Hinblick auf die Privatsphäre (zumindest das Ausbleiben der totalen Kontrolle) an diesem Thema in der Öffentlichkeit so groß wird, dass die Politik eingreift (oder die Gerichte) und dieses Vorhaben unterbindet.
  • Letztens lehrt uns diese Nachricht dennoch, dass sich jeder Mensch genau überlegen sollte, was er wie und unter welchem Namen in’s Internet stellt. Ob es wirklich so toll für’s Ego und die weitere Zukunft ist, alles mit jedem zu teilen ist doch schon sehr fraglich.

Na da bin ich ja mal auf die Reaktionen der Öffentlichkeit, der Verbraucherschützer und der Politik gespannt. Nach diesem Artikel habe ich meinen Negativeintrag wohl sicher. Auch bei Golem gibt’s Infos und Meinungen dazu 😉

Veröffentlicht inPolitikSoziale Netzwerke


"Negativeintrag droht – Schufa will auch Facebook für die Bewertung nutzen" wurde am 7. Juni 2012 verfasst. . Bitte beachte, dass die Informationen in diesem Artikel lediglich den Stand des Datums der Veröffentlichung spiegeln und sich im Laufe der Zeit geändert haben können.

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