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Mittlerweile normal – Paketzustellung beim Nachbarn ohne Benachrichtigung


Um kurz mal meinen Standpunkt klar zu stellen: Ich finde, dass eine Benachrichtigung als Karte oder Zettel bei einer Alternativzustellung eines Paketes beim Nachbarn Pflicht sein muss! Es kommt vor, dass ich für einen Nachbarn ein Paket oder eine andere Sendung annehme wenn derjenige nicht da ist oder nicht an die Tür geht. Später wird das Paket dann übergeben, fertig ist der Prozess.

Schade ist, dass es überhaupt möglich ist, dass mein Nachbar überhaupt keine Benachrichtigung über eine Alternativzustellung erhält! Der ist meiner Ehrlichkeit somit voll und ganz ausgeliefert. Ich sitze ja nicht den ganzen Tag hinter der Tür und warte darauf, dass sich im Hausflur etwas bewegt. So kommt’s dann schonmal vor, dass ich meine Nachbarn einige Tage nicht sehe. Ganz davon abgesehen, dass derjenige also seine Sendung nicht erhält und vielleicht sauer ist weil sich im Paket ein Geburtstagsgeschenk oder Ähnliches befand – an solch einer Sendungszustellung hängen Fristen!

Nach dem Fernabsatzgesetz beginnt der Ablauf des Vertragsrücktrittsrechts von 14 Tagen mit dem Zeitpunkt der erfolgreichen Zustellung. Was passiert also wenn derjenige gar nichts von einer erfolgreichen Zustellung weiß? Er kann die Ware nicht im Rahmen der 14-tägigen Frist auf Güte und Vollständigkeit prüfen und bei Bedarf fristgemäß zurücktreten. Das geht übrigens auch nur im Verbund mit der Rückgabe der Ware – doof wenn der die nicht hat.

So lange kann das noch keine Praxis sein, grassiert aber mittlerweile durch alle Zusteller, mit denen ich in letzter Zeit Kontakt hatte. Das sind DHL, Hermes und GLS. Da braucht es niemanden wundern, wenn er sein neues Smartphone nicht erhält oder immer wieder Sendungen wegkommen.

Für mich stellt sich immer die Frage wer die verloren gegangene Zustellung bezahlt. Der Versender brauftragt einen Frachtführer mit der Zustellung. Der vergibt den Auftrag an einen Fahrer auf seiner Tour und derjenige stellt zu. Soweit die Theorie. Jetzt kennen wir alle diese tollen Unterschrift-Apparate. Mit meiner Unterschrift hat das was ich da auf dem Display zusammenkrakele nicht viel zu tun – das kann man auch fälschen.

Scheinbar muss man jetzt keine Benachrichtigungskarte mehr einwerfen (wer entscheidet sowas eigentlich?) und schon könnte der Fahrer um eine wertvolle Sendung reicher sein, so leicht geht Betrug – einen kriminellen Fahrer vorausgesetzt! Die andere Variante ist der kriminelle Nachbar der weiß, dass Fahrer X und Fahrer Y keine Karten einwerfen – dann gibt’s tolle Geschenke für lau!

Der Nachbar erhält sein Paket nicht und fragt beim Versender nach. Der leitet eine Sendungsverfolgung ein und bekommt die Rückmeldung der erfolgreichen Zustellung nebst Unterschrift. Jetzt muss der Nicht-Belieferte vielleicht noch eine Versicherung in Eidestatt ablegen, dass die Sendung wirklich nicht bei ihm zugestellt wurde. Was nun? Er könnte neu bestellen wenn er denn will. die Gefahr, dass das Paket wieder beim Nachbarn abgeworfen wird ist doch recht groß.

Bleibt am Ende doch wieder nur der Gang in’s Ladengeschäft? Welche Erfahrungen habt Ihr gemacht? Wie immer freue ich mich über reichlich Kommentare und Diskussionen.

Veröffentlicht inDaily Bullshit


"Mittlerweile normal – Paketzustellung beim Nachbarn ohne Benachrichtigung" wurde am 14. Juni 2012 verfasst. . Bitte beachte, dass die Informationen in diesem Artikel lediglich den Stand des Datums der Veröffentlichung spiegeln und sich im Laufe der Zeit geändert haben können.

3 Kommentare

  1. Katrin Katrin

    Sooooo einfach hat es ‚jemand‘ mit kriminellen Absichten auch nicht, da ja alles gescannt wird und wirklich JEDER Schritt Deines versandten / erwarteten Paketes via. Onlineabfrage einsehbar ist. Das es diese schreibfaulen Boten gibt, kann ich bestätigen, bzw. teilweise damit gegenhalten, dass es auch Paketboten gibt, die ihre Karten erst bei Rückkehr im Zustellstuetzpunkt schreiben und dem Empfänger somit erst 1-2 Tage später ziehen.
    Wie man dem entgegenwirken kann ist doch ganz easy: meldet euch bei der Packstation an und/oder bei mein Paket, da kann man einen ‚alternativen‘ Zustellort angeben (Garage:Keller,… whatever, hauptsache irgendwie zugänglich),… Packstation ist prima für kleine bis mittelgroße Sendungen und sicher zugleich. Pech nur fuer diejenigen, die Pakete von Hermes, GLS etc erhalten :/
    Alles in einem: ich find den Service zu 99% klasse 😉

    • Von einer Packstation hielten mich in der Vergangenheit eben genau die Mitbewerber ab. Zu selten habe ich bei einem Online-Kauf die Möglichkeit Einfluß auf den Frachtführer bzw. seine Auswahl zu nehmen. Könnte ich mir aussuchen dass ich immer von DHL (Dauert Halt Länger) beglückt werden könnte, würde ich genau das tun – leider ist es nicht so.

      Bei mir auf dem beschaulichen Land beäugt ja auch der eine Nachbar den anderen. Stasimethoden oder Nachbarschaftshilfe? Euer freier Interpretationsspielraum. Aber was ist in einem 14 stöckigen Hochhaus? Wird dort auf die selbe Art und Weise zugestellt? „Soll ich ’nen Zettel einwerfen?“ ist hier eher kontraproduktiv. Da is‘ doch Beschiß vorprogrammiert. Da hilft auch kein Zentimeter/Sekundentracking.

  2. Katrin Katrin

    Hmm, Mitbewerber, soso,… Gut, dann eben so: der Mitbewerber, wir nennen ihn mal Hermes, lässt doch auch Zustellung in eine Hermes Stelle zu (bei mir z.B. sinds die freundlichen Zeitungsläden um mich herum), GLS habe ich auch schon einige ums Eck gesehen! Das mit dem DHL „Dauert halt länger“ halte ich für ein Gerücht,… Bisher erreichten mich Bestellungen oder auch umgekehrt,… immer einen Tag später,… Ob es da Unterschiede geben mag, von wegen Dorf- oder Stadtzustellung 😉
    Letzte Alternative für heute: Lass Dir die Waren zur Arbeit schicken, da ist immer jemand da,… 😉

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