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Neues Gesetz zum Schutz vor Abofallen – die Button Lösung


Endlich wird es einen wirksamen Schutz vor Abofallen im (mobilen) Internet geben. Am 01.08.2012 tritt ein Gesetz in Kraft dass einen gut lesbaren und im Sichbereich positionierten Button vorschreibt, der einen definitiven Kaufwillen abfragt. Der Button soll so gestaltet sein, dass sein Text bei einer normalen Bildschirmauflösung gut lesbar und eindeutig ist.

So soll der Verbraucher explizit davor gewarnt werden, wenn er im Begriff ist, kostenpflichtige Dienste in Anspruch zu nehmen. Bisher kommt es nur allzu oft vor, dass ein unbedachter Klick auf ein Werbebanner ein unliebsames Abo auslöst, welches nur selten wirklich in Anspruch genommen werden will. Darüber hinaus stellte es sich in der Vergangenheit als nicht ganz einfach heraus diese Abonnements auch wieder loszuwerden.

Button-Lösung-Paragraph-312-BGBDer Button und die darin enthaltenen Informationen für den Kunden sind reguliert. Es soll also keine „Mach-Dir-keine-Sorgen-Buttons“ geben, die das wahre Ziel des Links verschleiern und den Kunden dazu animieren sollen einfach nur zu klicken um zu sehen was schaut. Der Button muss Vorgaben bedienen und die Nutzer vollends informieren und ihnen die alleinige Entscheidungsgewalt über Klick oder Nicht-Klick einzuräumen.

Zitat Heise zu den Regularien:
Außer der vom Gesetzgeber verlangten Button-Beschriftung „Zahlungspflichtig bestellen“ sind aus Sicht des BVDW auch die Begriffe „Kaufen“, „Einkauf abschließen“, „Kostenpflichtig bestellen“ oder „Zahlungspflichtigen Vertrag schließen“ zulässig. Nicht erlaubt seien hingegen nicht eindeutige Bezeichnungen wie „Bestellen“, „Bestellung abschließen“, „Weiter“ oder „Anmeldung“. Irreführende Bezeichnungen sind eine Ursache dafür, dass manch Internet-Nutzer für gratis hält, was in Wahrheit Geld kostet.


Das hat ja jetzt lange genug gedauert bis ein wirksamer Verbraucherschutz vor „Abzockfallen“ auf den Weg gebracht wurde. Dabei ist diese Art der Warnung mitnichten neu. Solch eine Regelung trat vor einigen Jahren (2005/2006) im TV-Bereich in Kraft. Bis zum Inkrafttreten wurden damals potentielle Abo-Kunden gewonnen indem Hinweis- und Warntexte am Fernsehbildschirm so klein dargestellt dass es für Freunde von Klingeltönen, Hintergrundbildern und Handyspielen nahezu unmöglich war sich der Tragweite ihrer Bestellung vollends klar zu sein. Jetzt müssen Preise und Konditionen Fernsehbildschirm so groß und deutlich dargestellt werden dass ihn ein Normalsterblicher lesen und verstehen kann.

Ich hoffe, dass jetzt weniger Menschen in die Falle tappen eben weil sie optisch und sachlich klar auf die Konsequenzen ihrer Bestellung hingewiesen werden. Es bleibt natürlich ein Restrisiko bestehen. Zum Einen durch Unternehmen, die sich dem Paragraphen 312g BGB widersetzen und den Button nicht oder ausser Sicht einbinden und die Ganze Seite klickbar machen. Zum Anderen gibt’s da noch die Schnellklicker, die die Button-Lösung sehr wohl zu Gesicht bekommen aber durch einen übereilten Klick trotzdem ein Abo eingehen. Da hilft dann nur das Kündigen des Abos beim jeweiligen Anbieter oder die Sperrung von Mehrwertdiensten/ Drittanbietern durch den Netzbetreiber.

Also, Vorsicht vor roten Knöppen! Anschauen ja, draufdremmeln… entscheidet selbst.

Veröffentlicht inPolitikWebzeug


"Neues Gesetz zum Schutz vor Abofallen – die Button Lösung" wurde am 18. Juli 2012 verfasst. . Bitte beachte, dass die Informationen in diesem Artikel lediglich den Stand des Datums der Veröffentlichung spiegeln und sich im Laufe der Zeit geändert haben können.

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