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Apple haftet für In-App-Käufe – Hallo, Aufsichtspflicht?


Apple muss gerade 23,9 Millionen Euro für unbeaufsichtigte In-App-Käufe erstatten. Das hat die FTC (Federal Trade Commission) festgelegt. Hintergrund ist der, immer wieder vorkommende, In-App-Kauf von Kindern. Die FTC argumentiert, dass „man den Verbraucher nicht für Einkäufe zur Kasse bitten kann, die er nicht gebilligt hat. Hierbei sei auch egal ob das Geschäft im Web oder im Ladengeschäft zustande gekommen ist“.

Auch wenn ich das grundsätzlich richtig finde, frage ich mich doch wo die Eltern waren als die Kinder den In-App-Kauf getätigt haben. Einem Minderjährigen wird doch auch in einem Ladengeschäft keine Ware verkauft, wenn das Kind nicht geschäftsfähig ist. Und wo bleibt denn die Aufsichtspflicht, die Eltern haben. Gilt die in den USA nicht? Auch dort gibt es doch hoffentlich den Begriff „geschäftsfähig“.

Als Unternehmen „Apple“ darf ich ja wohl unterstellen, dass nur derjenige einen Kauf tätigt, dessen Apple-ID gerade verwendet wird. Dafür gibt es doch den Passwortschutz. Ich will mir einfach nicht vorstellen, dass ein 6-jähriges Kind in den Apple-Store marschieren kann und sich dort ein iPhone kauft. Somit kann auch das Gerät nur von einer geschäftsfähigen Person erstanden worden sein. Das Gerät hätte in Deutschland überhaupt nicht gekauft werden können. Das iPhone müsste also von jemandem angeschafft worden sein, der geschäftsfähig ist. Und somit ist der Eigentümer dann auch für das Gerät verantwortlich.

In-App-Kauf Apple RückzahlungBei Tante Google kann ich mir zum Beispiel sehr wohl einen Account anlegen auch wenn ich minderjährig bin. Einkäufe über den Google Play Store sind jedoch nicht möglich, weil ich nicht geschäftsfähig bin. Wenn ich das richtig recherchiert habe, gilt so etwas auch in den USA. Damit ist es doch auch völlig gleich, ob die erneute Passwortabfrage in den kommenden 15 Minuten nicht erfolgt. Als Elternteil ist es mein Job darauf zu achten, was mein Kind anstellt. Basta.

Es bleibt also die Frage nach der Vernachlässigung der Aufsichtspflicht der Eltern.
Das Auswärtige Amt schreibt hierzu:

„[…]Grundsätzlich gilt daher, dass Kinder unter 8 Jahren nie, Kinder unter 12 oder 13 Jahren nur kürzeste Zeit unbeaufsichtigt gelassen werden sollten.[…]“

Mit dem Gesetz der so genannten Button-Lösung wurde der Schutz vor ungewollten Einkäufen, Klicken auf Banner, missverständliche Links oder ähnliches schon gut nachgearbeitet. Geregelt ist das im §312 BGB

Schlussendlich bleibt also überhaupt die Frage: Wo waren die Eltern während des Einkaufs eines 2600$ teuren Tierhotels? (via Teltarif)

Veröffentlicht inHerstellerRant


"Apple haftet für In-App-Käufe – Hallo, Aufsichtspflicht?" wurde am 16. Januar 2014 verfasst. . Bitte beachte, dass die Informationen in diesem Artikel lediglich den Stand des Datums der Veröffentlichung spiegeln und sich im Laufe der Zeit geändert haben können.

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