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[Kommentar]: Streik – ich bin enttäuscht


Meine HVG (Havelbus Verkehrsgesellschaft) ist im Streik. Es ist erstmal ein Warnstreik aber wir alle wissen, was da kommen wird. Ganz kurzfristig schwappten Gerüchte hoch, die Busunternehmen in und um Potsdam herum könnten streiken. Man wolle bereits beim ersten Warnstreik bereits in die Vollen gehen und so spät wie möglich informieren. Ziel ist es, dass Arbeitgeber für ihre Mitarbeiter auch ja keine Shuttlebusse organisieren können um ihre Betriebe weiter am Laufen zu halten.

Das ist die Originalmeldung der ver.di:

Die Tarifverhandlungen für den Nahverkehr in Brandenburg am 20. Februar blieben zwischen ver.di und dem Kommunalen Arbeitgeberverband Brandenburg (KAV) ergebnislos. Wie am Freitag angekündigt, ruft ver.di ab Dienstag, den 24. Februar 2015 zahlreiche Verkehrsbetriebe in einen Warnstreik, um Druck auf die Arbeitgeber machen. Marco Pavlik, ver.di-Verhandlungsführer sagt: „Unsere Hauptforderungen sind bei einer Laufzeit von 12 Monaten alle Entgelte um 120 Euro Brutto erhöhen. Das ist eine angemessene Forderung; viele Bus- und Straßenbahnfahrer verdienen lediglich 1.808 Euro Brutto plus Zuschläge für Wochenend- und Feiertagsdienste. Die Löhne im Nahverkehr in Brandenburg liegen im bundesweiten Vergleich der Branche im unteren Mittelfeld und müssen deutlich angehoben werden. Bus- und Straßenbahnfahrer in haben Dienstschichtlängen von bis zu 12 oder 13 Stunden am Tag. Wir bitten die Fahrgäste, die am Dienstag nicht mit Bus und Straßenbahn wie gewohnt fahren können um Verständnis. Würden wir Warnstreiks einen Tag vorher ankündigen, würden manche Arbeitgeber ihre Busflotte vom Betriebshof runterfahren, um den Streik zu unterlaufen.“, so Pavlik weiter.
Am 24. Februar werden von 03.30 – ca. 15.00 folgende Betriebe / Betriebshöfe bestreikt:

  • Verkehrsbetriebe in Potsdam GmbH
  • Beelitzer Verkehrs- und Servicegesellschaft mbh in
    Potsdam, Stahnsdorf, Beelitz und Werder,
  • die Havelbus-Verkehrsgesellschaft in Potsdam
  • Busverkehr Oder-Spree GmbH in Erkner
  • Busverkehr Märkisch-Oderland GmbH in Strausberg und Neuenhagen
  • Barnimer Busgesellschaft mbH in Eberswalde und Bad Freienwalde

Quelle: PNN

HVG Warnstreik 24.02.2015
Hier wird’s dann eklig, denn der Warnstreik wird bewusst auf dem Rücken der Fahrgäste und der „Buskinder“ ausgetragen. Aber das kennen wir ja von „Arbeitskämpfern“. Pavlik tönt:

„[…]man könne die Warnstreiks nur kurzfristig ankündigen – „um zu verhindern, dass Arbeitgeber private Omnibusse chartern und damit die Aktion unterlaufen“. Dafür bitte man um Verständnis, auch wenn der Schülerverkehr betroffen sei.[…]“
Quelle: PNN

Dafür bitte man um Verständnis? Da fällt mir ein Tweet ein:

„Bitte nennen Sie ein Synonym für „FUCK YOU!“
„Wir hoffen auf Ihr Verständnis“

Mich selbst betrifft das auch, denn ich bin auf die Öffis angewiesen. Ich habe auch Verständnis dafür, dass Busfahrer (und alle anderen Arbeitnehmer) einen anständigen Lohn für anständige Arbeit bekommen sollen. Sie sollen auch (und alle anderen Arbeitnehmer) unter würdigen Bedingungen und Pausenregelungen arbeiten können, so dass sie ihre Arbeit und Aufgabe – nämlich die sichere und pünktliche Personenbeförderung von A nach B – erledigen können. Ich bekomme aber das kalte Kotzen Mein Verständnis erreicht seine Grenzen, wenn ein Verhandlungsführer auch noch groß rumposaunt, dass man bei der Durchführung der Aktion einen größtmöglichen Schaden verursachen will um auch ja gehört zu werden. Größtmöglicher Schaden, so nehme ich das einmal wahr, wenn eine Arbeitsniederlegung so kurzfristig angekündigt wird.

Pfui, ver.di ich bin enttäuscht.

Veröffentlicht inLokalteilRant


"[Kommentar]: Streik – ich bin enttäuscht" wurde am 24. Februar 2015 verfasst. . Bitte beachte, dass die Informationen in diesem Artikel lediglich den Stand des Datums der Veröffentlichung spiegeln und sich im Laufe der Zeit geändert haben können.

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